Ein Jeep ohne Ecken und Kanten

Ein Jeep ohne Ecken und Kanten

Aus den Lautsprecherboxen dröhnt „Born to Run“ von Bruce Springsteen und über den Teleprompter laufen Texte über Marketingstrategien und Designideen. Natürlich auf Englisch. Amerikanischer konnte der Auftakt zur Präsentation des neuen Jeep Cherokee im norditalienischen Balocco nicht ausfallen. Zwar mag der Ort Programm sein, aber auch nach der Übernahme von Chrysler durch Fiat ist und bleibt ein Jeep nun mal ein amerikanisches Auto. Auch, wenn sich das kompakte SUV jetzt eine Plattform mit der Giulietta von Alfa Romeo teilen muss.

Der Cherokee zeigt sich in seiner vierten Generation ohne Ecken und Kanten

Anders, als Springsteens rockiger Road-Song es erwarten lässt, zeigt sich der Cherokee in seiner vierten Generation in smarter Optik, ohne Ecken und Kanten. Schlank ist er geworden. Aus den schmalen Schlitzaugen blinzelt das Tagfahrlicht in LED-Technik und scheint um Verständnis dafür zu bitten, dass ein rauhbeiniger Geländegänger auch mal vor dem Opernhaus eine gute Figur machen soll. Während der robuste untere Teil weiterhin für die legendären Fähigkeiten eines Jeeps steht, wirkt der coupéhafte Überbau des 4,63 Meter langen Cherokee jetzt schon sehr stylisch. Fixpunkte für das Auge bleiben dennoch der für einen Jeep charakteristische siebenschlitzige Kühlergrill und die trapezförmig geschnittenen Radhäuser.

Eine kabellose Aufladeschale versorgt das Handy stets mit neuer Energie

Das Cockpit ist aufgeräumt, Schalter und Knöpfe sind da, wo man sie erwartet. Auch das Lenkrad wirkt nicht überfrachtet, während der in der Diagonale mehr als 21 Zentimeter zählende Bildschirm des (aufpreispflichtigen) Multimedia-Systems zeigt, dass man sich in Amerika über Größe und Umfang des Infotainments definiert. Es gibt kaum ein externes Medium, das sich nicht über Stecker, USB-Anschluss, über Bluetooth oder über einen SD-Kartenleser mit dem Cherokee  verbinden lässt. Eine kabellose induktive Aufladeschale versorgt das Handy stets mit frischer Energie.

Nur der kleine Diesel muss auf die neue 9-Gang-Automatik verzichten

Unter der Haube gibt es zwei Motoren zur Wahl: Der vornehmlich für den US-Markt gedachte 3,2-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 272 PS steht in der Trail Hawk Variante des Cherokee mit 22 Zentimetern Bodenfreiheit, Sperr-Differential und Gelände-Untersetzung für den zügellosen Durst nach Freiheit und Abenteuer. Hierzulande begehrter wird der Zwei-Liter-Diesel sein, der mit 140 PS und 170 PS an den Start geht. Bis auf den kleinen Diesel mit seiner Sechsgang-Handschaltung wartet in allen Cherokees eine neue 9-Gang-Automatik des deutschen Zulieferers ZF.

Erstmals hierzulande gibt es einen Jeep nur mit Frontantrieb

Traditionalisten werden es verschmerzen, dass Jeep jetzt neben dem Straßen-Allrad ohne Untersetzung erstmals hierzulande auch einen Jeep nur mit Frontantrieb anbietet. Der Trend beim SUV geht nun mal hin zum freiwilligen Verzicht auf Offroad-Talente. Wer seinen Cherokee dennoch über Sand und Felsen schicken will, kann sich der Allradkompetenz von Jeep jedenfalls sicher sein. On the road zeigt sich sich der kleine Bruder des Grand Cherokee mit dem großen Diesel mehr als ausreichend motorisiert. Trotz seines Gewichtes von knapp zwei Tonnen bewegt sich der Cherokee behende über die kurvigen Landstraßen im Hinterland von Mailand. Die neun Gänge wechseln sich  sanft ab, aber gefühlt doch recht spät. Selber würde man anders schalten. Eine rein theoretische Überlegung, denn Handschaltung sieht Jeep in dem 170 PS Diesel gar nicht erst vor. Der neue Spurhalte-Assistent, ein adaptiver Tempomat mit Abstandsregelung, Totwinkelassistent und Kollisionswarnsystem tragen Sorge bei verträumter Fahrt über die endlosen Highways in Richtung Horizont. Realistisch werden muss man beim Preis: Den neuen Jeep Cherokee gibt es nicht unter 40.500 Euro.

Datenblatt:
Hubraum: 1965 ccm
kw (PS): 125 (170) bei 4000 Umdrehungen
Nm bei U/min: 350 bei 1750
Abgas CO2: 154 g/km

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