Klassischer Roadster in neuer Form

Klassischer Roadster in neuer Form

160608_Fiat_124-SpiderDie Wangen gerötet, die Haare flattern im Fahrtwind hinterher. Aus dem Radio im Holz furnierten Armaturenbrett trällern die Bee Gees ihr „Night Fever“ in den lauen Abend und es scheint, als solle die Fahrt auf dem Beifahrersitz des offenen Fiat 124 Spider in den Sommertagen der späten 70er nie enden. Doch der Roadster, dessen bildschöne Blechhaut Pininfirina gezeichnet hat und der sich in den Jahren zwischen 1966 und 1985 weltweit 200.000 mal 160222_F_124Spider_12verkauft hatte, fuhr mit seinem Fahrer irgendwann wieder davon. Fünfzig Jahre nach seinem ersten Auftritt ist der 124 Spider nach einem Umweg über den Fiat Barchetta wieder zurückgekommen. Eigentlich sollte er ja als Frucht einer Liaison von Alfa-Romeo mit Mazda mit dem Namen Alfa Spider auf die Welt kommen. Doch Fiat hielt sich dann doch für die bessere Wahl.

Der Drehzahlmesser ist nun mal die wichtigste und deswegen mittig angeordnete Anzeige

20160921_143953Der 124 Spider wird wie der Bruder MX 5 auf der gleichen Plattform in Hiroshima gebaut, für das Design zeichnet sich aber dann doch das Centro Stile in Turin verantwortlich. Stilelemente wie der sechseckige Kühlergrill mit der Wabenstruktur, das stummelige Heck und die markanten Rückleuchten erinnern an den Ahnen, der als einer der schönsten je gebauten Fiat überhaupt gilt. Eine integrierte Heckspoiler-Lippe und eine Doppelrohr-Auspuffanlage am Heck unterstreichen den sportlichen Anspruch des neuen Zweisitzers von Fiat. Nach all den Jahren jetzt selbst auf dem Fahrersitz eines Spiders in sinnlichem Rot, fällt der Blick als erstes auf den 20160921_120336 (1)Drehzahlmesser. Wie es sich für einen Sportwagen gehört, neben dem Lederlenkrad, den Pedalen und dem Schalthebel die wichtigste und deswegen die mittige der drei Anzeigen in der Instrumententafel. Soft-Touch Materialien und Chromapplikationen zeugen von angekommener moderner Handwerkskunst. Was auf den zweiten Blick fehlt, ist ein Handschuhfach oder eine Ablage für den üblichen Kleinkram in den Seitentüren. Aber wer benutzt schon noch Handschuhe zum Autofahren oder Landkarten zur Orientierung.

Leicht schwingt sich der Spider mit Heckantrieb und Sechsgangschaltung durch die Kurven 

Draußen erstreckt sich die gefühlt unendlich lange Motorhaube mit den beiden Auswölbungen, die als PowerDomes an den historischen Vorgänger erinnern sollen, die aber der Benziner darunter platztechnisch gar nicht braucht. Während die Japaner im MX 5 Sauger mit zwei Leistungsstufen anbieten, arbeitet für den Italiener ein 140 PS starker 1,4 Liter Vierzylinder mit Turboaufladung, der jetzt nach dem Druck auf den Startknopf seine Arbeit aufnimmt. Der Himmel verheißt mit nur wenigen weißen Tupfen auf dem herbstlichen fahlen Blau heute nur Gutes. IMG_3746Wie bei dem japanischen Bruder lässt sich das Stoffverdeck zwar ausschließlich manuell öffnen, nicht unbedingt von Nachteil, denn das geht schneller, als es die Elektronik je könnte. Herrlich leicht schwingt sich der knapp vier Meter lange Spider jetzt durch die Kurven, als wären sein Heckantrieb und die knackige Sechsgangschaltung für nichts anderes auf der Welt geschaffen. Der Motor mit einem maximalen Drehmoment von 240 Nm zieht kernig von tief unten durch und beschleunigt den nicht mal 1000 kg leichten Roadster in 7,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die exakte Lenkung und 20160921_144010 (1)das perfekt auf das Fahrzeug abgestimmte Fahrwerk ohne unnötige Härten runden das Bild ab. Wie damals zaust der Wind in den Haaren, ein richtiges Windschott oder gar eine Nackenheizung bietet Fiat auch heutzutage nicht für Geld und gute Worte an. Wozu auch. Für den Fahrspaß ohne Sommer packen die Italiener auf Wunsch aber immerhin eine Sitzheizung mit an Bord, ebenso wie ein Bose-Premium-System mit neun Lautsprechern, zwei davon in den Kopfstützen integrierte Boxen, die auch bei der Höchstgeschwindigkeit von 217 Km/h den IMG_3743Fahrtwind noch übertönen sollen. Fiat bietet den 124 Spider in zwei Ausstattungslinien an. Die Basisversion kostet mindestens 23.990 Euro, die Luxus (Lusso) Variante mit Alu-Optik, 17-Zöllern und Ledersitzen gibt es ab 29.990 Euro. Wem der Standardmotor nicht kräftig, das Fahrwerk noch nicht straff und der Auftritt nicht auffällig genug ist, darf zur 40.000 Euro teuren und jetzt erhältlichen Abarth Version mit schwarzer Motorhaube und eben solchem Kofferraumdeckel greifen.

Fotos: Solveig Grewe; Hersteller (historische Aufnahmen)

Datenblatt
Hubraum: 1368 ccm
kW / PS bei U/min: 103/140 bei 5000
Nm bei U/min: 240 bei 2250
Abgas CO2: 148 g/km

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