Luftikus aus Wolfsburg

Luftikus aus Wolfsburg

 Auch an der Côte d’Azur scheint nicht immer die Sonne. Gerade mal acht Grad sind es heute Nachmittag. Trotzdem drücke ich an der nächsten roten Ampel auf der Küstenstraße vom Cap Ferrat nach Menton auf den kleinen Knopf über dem Rückspiegel. Richtung Italien wird es bestimmt wärmer. Außerdem gibt es ja Sitzheizung und Warmluftgebläse. Gehorsam lässt das Cabrio das Dach runter. Dazu braucht der neue VW Beetle gerade mal 9,5 Sekunden. Ganz reicht die Rotphase der Ampel trotzdem nicht aus, doch das ist kein Problem, bis Tempo 50 km/h funktioniert die Aktion auch beim Fahren.

Das klassische Stoffdach ist eine Hommage an den Ur-Käfer

Mein prüfender Blick in den Rückspiegel gegen Ende zeigt: das Verdeck ist nicht ganz verschwunden. Anders als manch anderer Hersteller setzt Volkswagen auf das klassische Stoffverdeck. Kult halt und mit der dreiteiligen „K-Faltung“ eine Hommage an den alten Käfer. Auf Wunsch kann man das abgelegte Verdeck auch mit einer Persenning ordentlich und formschön verpacken. Die Aussicht auf das Verkehrsgeschehen hinten verdeckt es aber in keinem Fall. Beim Blick nach vorne ins Cockpit bleiben meine Augen erst einmal an den netten drei kleinen Rundinstrumenten (Stoppuhr, Ladedruck und Öltemperatur) auf der Schalttafel hängen. Die gibt es auf Wunsch, erinnern an vergangene Zeiten und wirken längst nicht so aufgesetzt wie die inzwischen wieder verschwundene kleine Blumenvase auf dem Armaturenbrett beim Vorgänger.

Wenig Platz für die Passagiere im Fonds

Das Handschuhfach lässt sich zwar erst nach einigem Ausprobieren nach oben öffnen, aber dann finden klassisch wie beim Ur-Beetle Handschuhe oder ein Päckchen Taschentücher darin Platz. Noch mehr Platz gibt es hinter der großen Klappe darunter. Wenig Platz gibt es für die Passagiere hinten, aber im Kofferraum ist bei 225 Liter ohnehin nur Platz für das Gepäck für zwei. Die Sportsitze in dieser Beetle Cabrio 70s Edition sind nobel, zusammen mit der Außenlackierung im Platinum Grey Metallic und dem beigen Verdeck sollen sie für die Architektur der 70er Jahre stehen. VW bietet das Cabrio auf Wunsch auch im Design der 50er und 60er Jahre an. Schwarze Außenlackierung und schwarzes Leder um Lenkrad, Sitz und Schaltknauf sollen an die wilden Zeiten des Rock ’n‘ Roll erinnern, im hellblauen Beetle Cabrio fühlt man sich wie an den Stränden Kaliforniens zu Hippiezeiten.
 
Der 2,0 Liter Diesel macht das Beetle Cabrio zum flotten Käfer  

Fünf Motorisierungen von 105 PS bis 200 PS bietet VW für das Beetle Cabrio an, allesamt direkt einspritzende Turbo-Vierzylinder. Sämtliche Antriebe können über sechs Gänge mit der Hand geschaltet oder mit einem Doppelkupplungsgetriebe (Sechs- oder Sieben-Gang) kombiniert werden. Mein 2,0 Liter TDI-Diesel ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h schon ein sehr flotter Käfer und entsprechend ambitioniert bin ich jetzt auch auf den Serpentinen mit atemberaubenden Ausblicken auf das Mittelmeer unterwegs. Das Fahrwerk ist ordentlich straff, für gemütliches Cruisen vielleicht etwas wenig komfortabel. Erfreulich blieb der Durst des großen Selbstzünders: trotz einiger Kurvenhatz gab sich das Beetle-Cabrio mit knapp sechs Litern zufrieden.


Datenblatt:

– Hubraum: 1968 ccm
– kW(PS) bei U/min: 103(140) bei 4200
– Nm bei U/min: 320 bei 1750 bis 2500
– Abgas CO2: 145 g/km
 

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